Sonntag, 23. September 2018

Gina (22): "Wer es nicht akzeptiert hätte, der wäre einfach nicht der richtige Freund oder die richtige Freundin gewesen."


Hallo liebe LeserInnen,

bald schon ist wieder der 23. September, der weltweit traditionell als Bi Visibility Day begangen wird. An diesem Tag soll daher ganz bewusst das Thema Bisexualität in die Gesellschaft gebracht werden. Darum freue ich mich heute ganz besonders, hier für euch ein weiteres Interview mit einer ganz lieben, jungen Dame zeigen zu dürfen
Gina ist 22 Jahre alt und ist in der Landschaft der wunderschönen Mecklenburgischen Seenplatte aufgewachsen. Mit ihr habe ich unter anderem darüber gesprochen, wie wichtig es ist, dass die sexuelle Orientierung im Schulunterricht mehr Beachtung finden muss und welche Bedeutung der Bi Visibility Day in der heutigen Zeit für mehr Transparenz und Akzeptanz der bisexuellen Community in der Gesellschaft hat. Darum möchte ich mich an dieser Stelle bei ihr noch einmal ganz herzlich dafür bedanken, dass sie mir so bereitwillig Rede und Antwort gestanden hat. Es hat mir wirklich sehr viel bedeutet, zumal somit nun endlich, endlich auch einmal eine Frau zu Wort kommt.


Fabian: Hallo liebe Gina. Vielen Dank erst einmal dafür, dass du uns heute einen kleinen Einblick in dein Leben geben möchtest. Erzähl uns doch bitte zunächst, wie du den Begriff Bisexualität definieren würdest.

Gina: Bisexualität heißt für mich persönlich, sich nicht nur zu einem Geschlecht hingezogen zu fühlen. Ich finde sowohl Männer als auch Frauen rein sexuell gleichermaßen, aber doch völlig anders, also auf völlig unterschiedliche Art und Weise anziehend und attraktiv. Als Frau finde ich andere Frauen jedoch nur sexuell anziehend und interessant, emotional, also wirklich eine feste Beziehung kann ich mir, Stand Heute, nicht vorstellen.
Ich finde, Bisexualität ist viel mehr als sich nur zu beiden Geschlechtern hingezogen zu fühlen, man kann oder sollte immer unterscheiden:
Fühle ich mich emotional und sexuell zu beiden Geschlechtern hingezogen? Also halte ich es für wahrscheinlich mich auch einmal in das gleiche Geschlecht verlieben zu können?
Oder fühle ich mich „nur“ sexuell oder „nur“ emotional zu beiden Geschlechtern hingezogen?
Suche ich nur Sex beim gleichen Geschlecht? Suche ich nur Sex beim anderen Geschlecht?
Bin ich überhaupt bisexuell? Oder ist es „nur“ sexuelle Neugierde?
Bisexualität für mich persönlich oder in meinem persönlichen Fall ist, mich sexuell zu beiden Geschlechtern hingezogen zu fühlen, emotional nur zu Männern.

Fabian: Mit welchem Geschlecht hast du deine ersten sexuellen Erfahrungen gemacht?

Gina: Das war mit meinem damaligen Freund, meinem jetzigen Mann. Alles sehr schön, aber aus heutiger Sicht ziemlich unspektakulär.

Fabian: Wie kam es zum ersten Mal mit deinem Freund?

Gina: Das war, ganz unromantisch, geplant. Wir haben viel darüber gesprochen und irgendwann wollten wir es beide. Weil nichts schiefgehen sollte, haben wir meine Eltern gebeten, auswärts zu essen und sich vielleicht etwas mehr Zeit zu lassen, weil kein Druck und Stress mit einspielen sollte. Wir wollten ungestört sein und keinen Stress haben, wir wollten einfach für uns sein.

Fabian: Und wie kam es zu deinem ersten Mal mit einem Mädchen? Fiel es dir leicht, dich darauf einzulassen?

Gina: Uhi, das ist eine lange Geschichte. Es entwickelte sich eigentlich langsam. Mit meiner damals besten Freundin war es. Wir haben viel unternommen, Filme geschaut zum Beispiel und irgendwann begann es damit, dass wir uns aneinander kuschelten: Erst nur den Kopf an die Schulter der anderen, später auch den Arm um die Schulter gelegt und so kam man sich immer näher. Als es dann wirklich das erste Mal in Richtung Sex ging war das für mich einerseits sehr komisch, völlig unbekannt, andererseits war ich neugierig, wie es wohl wird und wollte es unbedingt probieren, andererseits fiel es mir nicht wirklich leicht mich darauf einzulassen, allein schon, weil ich schon in einer Beziehung war. Ich fragte mich also, ob das alles so richtig ist.

Fabian: Was hat dir dabei geholfen, dich trotzdem auf diese neuen Eindrücke mit einer Frau einzulassen?

Gina: Eigentlich hat die Neugierde gesiegt und natürlich war ich auch gelinde gesagt sehr erregt, was mir zumindest ein bisschen das Gefühl vermittelte, dass es so falsch nicht sein kann, also habe ich es geschehen lassen und die Kombination aus dieser Erregung und der Neugierde haben es mir etwas leichter gemacht.
Auch wenn es ein paar Male gebraucht hat, bis ich mich so richtig fallen lassen konnte.

Fabian: Würdest du sagen, dass es einen Unterschied zwischen dem lesbischen Sex und heterosexuellem Sex gibt? Und wo siehst du eventuell sogar Gemeinsamkeiten?

Gina: Eigentlich ist das eine mit dem anderen nicht zu vergleichen, zumindest für mich nicht. Beim homosexuellen Sex, also beim Sex mit einer Freundin, stehen viel mehr die Zärtlichkeit, die Zweisamkeit, das Intime im Vordergrund, man könnte sagen, der Weg ist das Ziel, während beim Hetero-Sex doch eher die Orgasmen im Vordergrund stehen. Beim homosexuellen Sex ist es halt der Weg dorthin. Für mich steht also beim lesbischen Sex der Weg zum Orgasmus im Vordergrund. Man könnte sagen, das Ziel ist das gleiche, nur der Weg ist ein völlig anderer.
Eine Gemeinsamkeit also ist am Ende der Orgasmus, auch kann eine Frau die andere, wenn auch oft mit Hilfsmitteln, penetrieren, also es gibt durchaus einige Parallelen.

Fabian: Manche behaupten, lesbischer Sex sei gar kein „richtiger Sex“. Was entgegnest du, wenn du so etwas hörst?

Gina: Diese Leute sollen mir erst mal ihre Definition von Sex darlegen. Ich finde es arm, wenn Sex nur auf Penetration mit einem echten Penis reduziert wird, das sind dann wieder einmal Kerle die meinen, sie hätten die Intelligenz mit Löffeln gefressen und meinen, sie wären unverzichtbar. Denen sage ich dann, dass Frauen durchaus auch ohne Männer Spaß haben können, auch wenn es ihrem Ego einen erheblichen Dämpfer verpasst.

Fabian: Wenn in der Schule über das Thema Sexualität gesprochen wird, kommt es schnell zur Sprache, dass man beim Sex mit Kondomen verhüten sollte, um sich vor Krankheiten zu schützen. Worüber aber kaum gesprochen wird, ist die Möglichkeit der Verhütung beim gleichgeschlechtlichen Sex. Wie hast du dich darüber informiert?

Gina: Ganz ehrlich? Ich habe gegoogelt. Ob es überhaupt nötig ist, zu verhüten, welche Verhütungsmethoden es gibt und so weiter. Ehrlich gesagt haben wir aber nie [mit Kondom] verhütet, da ich mich vorher schon habe untersuchen lassen und wusste, dass ich keine Geschlechtskrankheit habe, auch mein Mann hat keine, sodass ich mich auch nicht anstecken konnte. Und auch meine Partnerin hatte sich untersuchen lassen, weil sie auch eine Beziehung vorher hatte, die leider nicht lange hielt.

Fabian: Findest du, dass in der Schule LGBTQ-Themen im Sexualkundeunterricht ausreichend behandelt werden? Hätte es dir persönlich geholfen, wenn diese Themen stärker in der Schule beachtet werden würden?

Gina: Nein, allgemein finde ich, dass auch der „normale“ Sexualkundeunterricht eigentlich zu kurz kommt. Und homosexueller Sex wird eigentlich gar nicht angesprochen, zumindest bei uns damals wirklich kein bisschen. Dabei fände ich es durchaus wichtig, nicht nur damit man gleich über mögliche Gefahren, Risiken aber auch Verhütungsmethoden informiert ist und natürlich und vor allem deswegen um dieses Thema endlich transparenter, bekannter und anerkannter zu machen, eventuelle Verunsicherungen abzubauen und vielleicht so etwas wie „Verständnis“ oder „Respekt“ vor gleichgeschlechtlichem Sex aufzubauen. Denn das ist, obwohl es längst in unsere Zeit gehört, noch immer ein Tabu-Thema.

Fabian: Nachdem dir klar war, dass du bi bist, wem hast du als erstes davon erzählt? Fiel es dir von Anfang an leicht, offen dazu zu stehen? Wie bist du zum Beispiel vor deinen Mitschülerinnen und Mitschülern damit umgegangen?

Gina: Als allererstes, so blöd wie es klingt, meiner damaligen Sex-Partnerin. Als zweites habe ich meinem Opa und meinem Vater davon erzählt, aber nicht so direkt. Eher so: „Ich finde Mädchen auch attraktiv.“ Bis ich wirklich den Mut hatte ganz offen und ehrlich zum Beispiel meinen Eltern davon zu erzählen, hat es ein bisschen gedauert, zumal ich mich auch gefragt habe, ob es meine Eltern überhaupt interessiert? Ob es überhaupt erwähnenswert war?
Bis ich es anderen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis erzählt habe, hat es auch gedauert. Als ich ihnen davon erzählt habe, konnte ich längst offen und ehrlich dazu stehen und hatte auch keine Angst mehr vor der Reaktion, denn wer es nicht akzeptiert hätte, der wäre einfach nicht der richtige Freund oder die richtige Freundin gewesen.

Fabian: Als du dich bei deiner Familie geoutet hast, wie waren die Reaktionen darauf?

Gina: Die Reaktion meiner Mutter war eine andere bzw. es hatte andere Beweggründe, die ich in einer separaten Nachricht noch einmal erwähne, denn diese Vorwürfe rührten von ihrer Erkrankung her . Sie wusste schon vorher, dass ich bisexuell bin und die Reaktion war ... wie soll ich sagen? Nicht gleichgültig, aber halt neutral. Sie hat gesagt, dass das nichts Schlimmes, Krankes oder Unnormales sei, dass ich nicht viel auf die Reaktionen anderer geben soll, denn blöde Sprüche und Bemerkungen würde es immer wieder geben, ich solle tun, was mich glücklich macht.
Auch mein Vater hat ähnlich reagiert. Er hat gesagt, dass ihm egal ist, mit wem ich zusammen bin, ob mit Mann oder Frau, er offen für alles wäre. Sofern es eine anständige Person ist, macht es für ihn keinen Unterschied, ob ich mit einem Mann oder einer Frau liiert bin, ich bin seine Tochter und ich werde es immer bleiben, es ginge ihn auch nichts an, weil es mein Leben ist.

Fabian: Du hast kürzlich deinen Mann geheiratet (herzlichen Glückwunsch dazu). Wie seid ihr in eurer Beziehung mit deiner Bisexualität umgegangen? Wann hast du ihm davon erzählt und hattest du Angst, dass es eure Partnerschaft belasten könnte?

Gina: Bevor ich mich ihm anvertraut habe, hatte ich natürlich Angst, dass es unsere Beziehung belasten könnte oder er sich sogar von mir trennt. Erst war er wohl auch nicht so begeistert, das lag aber eher an Unwissenheit. Wir haben sehr lange, ausführlich und ernsthaft darüber gesprochen, ich habe ihm erklärt, dass meine Gefühle für ihn niemals in Gefahr sein werden, dass ich nur ihn liebe, mir sexuell aber etwas fehlt, was mir kein Mann dieser Welt geben kann. Seien es Sachen wie das Lecken, das Streicheln eines weiblichen Körpers und so weiter. Er hat gefragt, was das für Konsequenzen für ihn hätte, und ob ich, falls es ein Problem für ihn sein würde, darauf verzichten würde. Und nach einer kurzen Zeit war es eigentlich auch absolut gar kein Problem mehr.

Fabian: Wie wichtig war es dir, offen mit deinem Freund über deine Bisexualität zu sprechen? Du hättest ja auch so tun können als ob nichts wäre und deine homosexuellen Neigungen unterdrücken können.

Gina: Das kam für mich tatsächlich nie in Frage. Das wäre für mich einem Betrug gleich gekommen. Daher war es für mich sehr wichtig, da wir keine Geheimnisse voreinander haben und ich wollte, dass er versteht, was die Beweggründe für mich sind. Außerdem hätte ja auch die Gefahr bestanden, dass er es irgendwie mitbekommt und dann wäre die Gefahr einer „unangenehmen Reaktion“ verständlicherweise viel größer gewesen. Für mich war es nie eine Option, etwas hinter seinem Rücken zu tun, schließlich lieben wir uns und können offen und ehrlich über alles reden.

Fabian: Ihr habt euch dann für eine offene Beziehung entschieden. Welche Regeln habt ihr dafür aufgestellt?

Gina: Also richtige Regeln gibt es gar keine, es sind vielmehr Vereinbarungen. So möchte er zum Beispiel wissen, mit wem ich wann sexuellen Kontakt habe oder hatte. Das hat für ihn einfach den Zweck, zu wissen, wo ich bin.
Falls ein anderer Mann dabei sein sollte, so sind Zungenküsse tabu aber ohnehin auch nicht von Interesse für mich. Außerdem sind Kosenamen wie „Schatz“ oder „Schatzi“ tabu, auch bei lesbischem Sex. Sollte ein anderer Mann beteiligt gewesen sein, wird auch natürlich nicht mit ihm in einem Bett übernachtet gegebenenfalls.

Fabian: Es gibt den Spruch „Ein bisschen bi schadet nie“ – glaubst du, dass da etwas Wahres dran ist? Schlummert deiner Meinung nach in jedem von uns ein bisschen Bisexualität?

Gina: Ja, das denke ich. Es klingt blöd, aber es ist wie mit Krebs, die Zellen hat jeder in sich, nicht bei jedem brechen sie aber auch aus. Ich meine, immerhin kann ich mir nicht vorstellen, dass das gleich im Mutterleib vererbt wird, quasi. Das kann sich ja auch nach Jahren noch entwickeln, also denke ich in jedem Menschen steckt ein bisschen Bisexualität.

Fabian: Am 23. September ist Bi Visibility Day. Ziel dieses Tages ist es, auf Bisexualität aufmerksam zu machen, denn für viele ist das „B“ in „LGBTQ“ der Buchstabe, der am wenigsten Beachtung in der Öffentlichkeit findet. Was glaubst du, wird darüber wirklich zu wenig in unserer Gesellschaft gesprochen?

Gina: Ja, eindeutig. Ich persönlich habe den Eindruck, dass Bisexualität noch weniger Anerkennung und Akzeptanz findet als Homosexualität. Das hat so ein bisschen das Image, dass sich ein bisexueller Mensch nicht entscheiden kann oder will. So nach dem Motto: „Finde ich als Mann/Frau keine(n) Frau/Mann suche ich halt bei Mann/Frau.“
Bisexualität ist viel mehr, viel komplizierter als nur auf beides zu stehen. Viele finden, es wäre einfacher, einen Partner zu finden, ich empfinde es als viel komplizierter. Und genau das wissen die wenigsten, eben weil viel zu wenig darüber gesprochen wird.

Fabian: Was genau macht die Suche nach einem Partner für Bisexuelle deiner Meinung nach so viel schwieriger?

Na ja, es beginnt ja schon damit, dass es viel mehr potenzielle Partner und Partnerinnen gibt. Hetero-, oder Homosexuelle können sich auf ein Geschlecht beschränken, für die sind nur Männer oder Frauen interessant. Dann gibt es ja auch viele verschiedene Fälle die eintreten können:
Erstens, ich als Bisexuelle Frau verliebe mich in eine Frau die aber rein hetero ist.
Zweitens, ich verliebe mich in einen Mann, der zwar hetero ist aber gegen lesbischen Sex, also bei dem ich meine Neigung nicht ausleben dürfte, das würde auf Dauer bestimmt nicht funktionieren, weil mir etwas fehlen würde.
Drittens, was passiert, oder was ist, wenn ich das Gefühl habe, Gefühle für eine Frau und einen Mann zu haben? Für wen entscheidet man sich?
Viertens, habe ich dann einen Partner gefunden, ist die Gefahr, dass ich mich anderweitig verliebe irgendwann ja viel größer als bei Homo,- oder Heterosexuellen.

Fabian: Noch in den 1960er Jahren war Homosexualität zumindest unter Männern eine strafbare Handlung. Seitdem ist viel passiert, seit 2017 dürfen gleichgeschlechtliche Paare endlich heiraten. Fühlst du dich als Bisexuelle heute genauso akzeptiert wie eine heterosexuelle Person?

Gina: Ja. Zumindest in meinem Umfeld bin ich voll akzeptiert, meine Bisexualität hat dem keinen Abbruch getan und fremden Menschen binde ich es nicht unbedingt auf die Nase. Ich werde auf jeden Fall ganz normal behandelt, allerdings muss ich sagen, dass ich es in der Öffentlichkeit auch nicht unbedingt zeige. Ich laufe zum Beispiel mit meiner Freundin nicht Hand in Hand durch die Stadt. Wäre allerdings auch nicht angebracht, da ich ja nur sexuelles Interesse an Frauen habe.

Fabian: Wo siehst du im Moment noch die größten Baustellen in unserer Welt, wo muss die Akzeptanz homo- und bisexueller Lebensweisen noch gefördert werden? Und glaubst du, dass die Politik die Sorgen und Ängste der LGBTQ-Community ernst genug nimmt?

Gina: Ich finde schon, dass die Akzeptanz vielerorts noch zu wünschen übrig lässt, zum Beispiel finde ich es erschreckend, dass homosexuelle Paare erst seit letztem Jahr heiraten dürfen, mit welcher Begründung erst seit letztem Jahr? Sind wir nicht in einer Zeit, in der es völlig egal ist, wer wen liebt? Was interessiert es Gesetzgeber, ob ein Mann einen Mann oder eine Frau heiratet? Wenn zwei Leute heiraten, dann ja aus Liebe und das sollte grundsätzlich jedem selbst überlassen werden. Dass man daraus eine Debatte machen musste ist erschreckend und armseelig. Ebenso sollten homosexuelle Paare bei der Auswahl von Adoptivfamilien vollkommen gleich berechtigt werden. Es darf ganz einfach keine Unterschiede in der Behandlung mehr geben.
Nein, die Sorgen und Ängste werden nicht ernst genug genommen, ich habe den Eindruck, dass es der Politik noch immer ein Dorn im Auge ist und dieses Gesetz, dass zwei Männer heiraten dürfen, der Politik, oder manchen Politikern zumindest, nicht recht ist, dass man eher „beigegeben“ hat.
Ich meine, warum muss man sich outen? Warum gibt es noch immer dieses Image „normal“ sei „Mann und Frau“ und alles andere sei unnormal. Ich finde es auch normal, dass zwei Männer zusammen sind oder zwei Frauen, es sind normale Menschen, die einen Menschen lieben. Punkt.

Fabian: Hast du selbst schon einmal Diskriminierung wegen deiner sexuellen Orientierung erfahren müssen?

Gina: Nein, bisher nicht. Allerdings weiß es eigentlich auch nur mein näherer Umkreis. Fremde Menschen sehen es mir weder an, noch plaudere ich es einfach aus, ich würde es allerdings auch nicht abstreiten, würde man mich fragen.
Aber diskriminiert wurde ich bisher noch nicht.

Fabian: Zum Schluss noch eine Frage: welchen Rat würdest du Jugendlichen auf den Weg geben wollen, die gerade für sich entdeckt haben, dass sie bisexuell sind?

Gina: Lasst euch nicht entmutigen, lasst euch nicht in eure Sexualität reinreden, lebt eure Sexualität einfach nach Herzenslust aus. Wichtig ist, dass du glücklich mit dir und deiner Sexualität bist, was andere darüber denken, ist total egal. Auch wenn es hart klingt, es geht niemanden sonst etwas an. Wer dich als Person wirklich schätzt, dem ist es vollkommen egal, ob du hetero-, bi- oder homosexuell bist. Wichtig ist, dass du nicht so bist, wie andere dich gerne hätten, sondern so, wie du eben bist.

Fabian: Vielen Dank, Gina, für das Gespräch und alles Gute.

 [F1]Wenn du erlaubst, würde ich deine separate Nachricht hier noch einbauen. Ich habe aber vollstes Verständnis dafür, wenn du das lieber nicht möchtest.

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Hallo liebe Lesende,   heue ist es wieder einmal so weit. Nach viel zu langer Zeit erscheint wieder einmal ein neuer Beitrag von mir. Das he...